Die letzten Tage der Menschheit

von Karl Kraus


DONNERSTAG, 16. MAI 2019

 
FREITAG, 17. MAI 2019

JEWEILS 19.00 UHR.

Theateraufführung der 12. Klasse 


Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen; ich habe gemalt, was sie nur taten. Die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt werden, sind wörtlich gesprochen worden; die grellsten Erfindungen sind Zitate.

Unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges schrieb Karl Kraus in den Jahren 1915-1922 „Die letzten Tage der Menschheit“, eine „Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog“. Das Werk umfasst insgesamt 220 Szenen, das Personenverzeichnis enthält hunderte Sprechrollen und reicht vom "einfachen Mann" bis zu kaiserlichen Hoheiten.

Kraus reiht die zu großem Teil aus Zitaten bestehenden Textzeilen so aneinander, dass alle Ungereimtheiten, inneren Widersprüche und scheinheiligen Argumente offen gelegt werden. Eingängige Parolen werden bis ins Unendliche wiedergekäut, patriotische Begeisterungsstürme sollen den auf einer „Lappalie“ begründeten Weltkrieg rechtfertigen und die Vernichtung des „Menschenmaterials“ legitimieren.

Wir zeigen Kraus' Monumentalwerk in einer eigens erstellten (und natürlich gekürzten) Fassung, einer Versuchsanordnung, die eine längst vergangene Zeit heraufbeschwört. Der Untergang der Monarchie schlägt einem modrig aus den Szenen entgegen – doch alles getragen von einem müden Wiener Lächeln. Ein Totentanz, der das Kaiserreich und die Welt zu Walzerklängen in den Abgrund führt.