Geschichte der Schule

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Der Name Pötzleinsdorf wird erstmals 1112 urkundlich erwähnt.

1550- befand sich bereits ein schlossartiger Freihof mit einer Kapelle, der von den Nonnen vom Himmelpfortkloster als Verwaltungszentrum für ihre umliegenden Besitzungen benützt wurde.

1638- Während des dreißigjährigen Krieges wurde das bereits bestehende Schloss von den Schweden gänzlich zerstört. Die Ruine blieb mehrere Jahre lang unbenützt. Mit Unterstützung von Kaiser Ferdinand III konnte es dessen Kammermaler Leux von Luxenstein erwerben und neu errichten.

1743- Eine kleine Ansiedlung von 32 Häusern - meist Weinbauern - wird erwähnt.

1762 -Baron Fabius Ricci erwarb den Besitz und richtete eine Seidenfärberei und Tuchschererei ein („Riccischer Freihof“). Das Schloss diente als Wohnsitz, als Sitz des Textilbetriebes, als Verwaltungsgebäude auch für die große Landwirtschaft rundum.

1778- wurde das Anwesen aus finanziellen Gründen an einen Benediktiner (Bodo de Tosques, Nikoläa und Vinzenzia) verkauft, wechselte nun mehrere Besitzer und wurde schließlich

1781- an Gräfin Philippina von Herberstein verkauft. Sie ließ das desolate Hauptgebäude restaurieren, die Fabriksgebäude abbrechen und vom Gärtner KarlSeyfried einen Vergnügungspark anlegen. Dort wurden auch Pflanzen aus Amerika kultiviert.

 Kaiser Franz Stephan I und sein Nachfolger Josef II schickten mehrere Expeditionen in die Karibik, in die USA und nach Mittelamerika, um dort exotische Pflanzen und Tiere zu holen. Nicolaus Jacquin führte die erste und größte dieser Expeditionen. Tropische Bäume, mit der Erde ausgegraben, in Bananenblätter gehüllt und mit Pflanzenfasern netzartig eingeschnürt, Heil-, Gift- und Zierpflanzen sowie Kakteen wurden in 50 Kisten nach Wien gebracht. Der Großteil der Planzen kam in den Botanischen Garten im Schlosspark von Schönbrunn. Einiges wurde verkauft und verschenkt, so kam auch die Gräfin Herberstein in den Besitz der Raritäten aus Amerika.
1797- Johann Heinrich Freiherr von Geymüller kaufte das Schloss und den Park um 20.000 Gulden von der Gräfin Philippina von Herberstein. 1801 erwarb er dazu noch die Grundherrschaft von Pötzleinsdorf um 13.200 Gulden von der K & K Staatsgüter-Administration, die bis dahin den Besitz seit der Auflösung des Himmelpfortklosters durch Josef II verwaltet hatte. Johann Heinrich Geymüller (1754-1824) Bankier, Fabrikant und Kunstmäzen, Mitbegründer der Österreichischen Nationalbank, gliederte einen weitläufigen Meierhof ein, der durch seinen Bestand an Rindern und Geflügeln zu den größten in der Umgebung Wiens gehörte. Hinter dem Schloss ließ er eine Reitbahn anlegen. Sein Hauptinteresse galt jedoch dem Park, dessen Betreuung er dem Kunstgärtner des Fürsten Rasumofsky, Konrad A. Rosenthal übertrug. Der Pötzleinsdorfer Schlosspark galt als einer der schönsten Wiener Parkanlagen. Geymüller ließ eine Pappelallee von Gersthof zum Schlosseingang anlegen und erlaubte den allgemeinen Zutritt zu seinem Park. An den Nordhängen des Schafbergs entstand ein Englischer Garten. So gab es viele Wege, Lagerwiesen, aber auch Glashäuser, Vogelhäuser und verschiedene Lustbauten wie ein Schweizerhaus im alpinen Stil, einen Dianentempel im griechischen Stil mit einem Teich und das „Preindl-Salettl“, benannt nach Marie Preindl. Sie soll zur Zeit des Wiener Kongresses die bekannteste Kurtisane Wiens gewesen sein und war auch mit dem Pötzleinsdorfer Schlossherrn in enger Verbindung. Wegen ihrer hohen Ansprüche hatte sie den Spitznamen „Tausenguldenkräutl“. Schloss und Garten waren Treffpunkt der besten Wiener Gesellschaft. Es wurden Opernaufführungen gegeben, deren feenhafter Glanz in manch lauer Sommernacht weithin durch den Park strahlte und denen des öfteren Mitglieder des Kaiserhauses beiwohnten.
1824- Nach dem Tode Baron Geymüllers am 1.April 1824 erbten seine minderjährigen Kinder - sieben Töchter und ein Sohn - den Besitz.

1839- kaufte Johann Heinrich Freiherr von Falkner-Geymüller den Besitz um 70.000 Gulden. Aus einer Darstellung eines Zeitgenossen (Ignaz Franz Castelli 1781-1862) war Heinrich von Geymüller der Sohn der Schwester des Bankiers Geymüller aus der Schweiz (Basel), welche ihn adoptiert hatten und von denen er Namen und Adelstitel erhielt. Er war als Kaufmann sehr angesehen und war auch als Gastgeber sehr beliebt. Er ließ glanzvolle Feste feiern, bei denen die Gäste verschwenderisch bewirtet, mit Theater- und Opernvorstellungen oder Konzertenverwöhnt und zum Abschied reich beschenkt wurden. Die Prunk- und Geltungssucht des Bankiers war so groß, dass er seine Bank damit verspielte. Sein Reichtum versiegte nachdem ein Oheim starb und der zweite sich zurückzog. Geymüller musste Hab und Gut seinen Gläubigern überantworten und wanderte in die Schweiz aus. 1843 wurde gegen ihn Anklage wegen Veruntreuung erhoben, 1845 schließlich ein Steckbrief erlassen, der folgende Beschreibung enthält:

Derselbe ist 62 Jahre alt, von Basel in der Schweiz gebürtig, mittlerer Statur, von prop. Körperbaue, hat ein etwas bräunliches, jedoch stark gefärbtes Gesicht, eine ziemlich hohe Stirne, große schwarze lebhafte Augen, große längliche etwas gebogene Nase, prop. Mund mit schönen weißen Zähnen, besonders starke schwarze Augenbrauen und einen sehr starken, aber schon mit grau gemischten Haarboden, er trug keinen Backenbart. Er zeigt in allen seinen Bewegungen eine besondere Lebhaftigkeit und Regsamkeit und gibt diese Manier selbst im Gehen auffallend kund. Seine Aussprache im Deutschen, Französischen und Englischen ist sehr deutlich, und er besitzt in allen diesen Sprachen große Fertigkeit. Seine Kleidung ist galant modern.“
Johann Heinrich Freiherr von Falkner-Geymüller wurde nie gefasst, obwohl er dort war, wo man ihn am ehesten vermuten konnte: in seiner Heimatstadt Basel. Dort starb er 1848 in bitterstem Elend.

1842- Die Herrschaft Pötzleinsdorf, das Schloss und der Park kamen zur Konkursmasse und wurden versteigert. Baron Simon Popper erwarb den Besitz um 52.000 Gulden. Er starb bald, seine Kinder erbten das Schloss, jedoch starb auch der Sohn und seine Schwester musste Konkurs anmelden. Nach den Revolutionsjahren (1848) wurden die Herrschaftsrechte aufgehoben, die Bauern von der Pflicht zu Zehent und Fron befreit. Das Anwesen wechselte danach mehrmals seinen Besitzer. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen die Besitzer jedoch Notverkäufe zu tätigen. In der Bevölkerung sprach man schon davon, dass auf dem Schloss Pötzleinsdorf ein Fluch liege.

1868- Julie Ladenburg wurde die neue Besitzerin von Schloss Pötzleinsdorf . Sie war wohlhabend, hochgebildet, sozial eingestellt, liberal. Das Pötzleinsdorfer Schloss war zu ihrer Zeit ein Treffpunkt von Gelehrten, Künstlern, Schriftstellern, Politikern und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Sie spendete große Beträge für die Armenfürsorge, das Schulwesen und die Verschönerung von Pötzleinsdorf. Die freiwillige Ortsfeuerwehr erhielt von ihr die ersten Helme.

1920- Der letzte Besitzer von Schloss und Park Pötzleinsdorf war der Großindustrielle (Kunstmöbelfabrikant) Max Schmidt. Er gestaltete den Park noch einmal entscheidend um. Erwähnenswert sind einige Kunstwerke, die noch den heutigen Pötzleinsdorfer Schlosspark zieren: Zwei Kopien romanischer Portallöwen flankieren das Haupttor zum Schlosspark; am Hauptweg haben die vier Attikastatuen des 1881 ausgebrannten Ringtheaters einen neuen Aufstellungsplatz gefunden; ein spätbarockes schmiedeeisernes Gittertor, flan kiert von klassizistischen Doppelstatuen, ziert das Gartentor an der Geymüllergasse.

 

1935- ging das Schloss und der Park in den Besitz der Gemeinde Wien über, mit der Auflage sie der Öffentlichkeit zugängig zu machen.

1950- eröffnete Bürgermeister Theodor Körner das Jugendgästehaus, nachdem der Architekt Roland Rainer das Schloss umgestaltet hatte.

1980- wurde das Jugendgästehaus geschlossen.

1981- fanden die ersten Kontaktgespräche statt und bereits am 1. März 1982 konnte der Mietvertrag zwischen der Gemeinde Wien und dem Rudolf Steiner Schulverein unterzeichnet werden. Im selben Jahr begannen die ersten Gruppen im Kindergarten, 1983 übersiedelten 4 Klassen von Mauer nach Pötzleinsdorf.

Max Böhm

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